Jedem Sommerende wohnt eine Wehmut inne. Klar, dass man
dabei an den Vers eines berühmten Gedichtes denkt: „Und jedem Anfang wohnt ein
Zauber inne.“ Interessanterweise wird dieser Vers oft dem guten alten Goethe
unterstellt. Tatsächlich stammt er aber von Hermann Hesse. Und er fährt fort: „Der
uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“
Am Ende aber ist die Wehmut. Jedenfalls am Ende des Sommers.
Die Menschen bewegen sich nicht mehr so unbefangen entlang der Donau. Sie
scheinen den Sommer eher festhalten zu wollen als ihn freien Sinnes genießen zu
können. Ganz egal, ob sie sich trauen nochmal ins Wasser zu springen oder in
einem Boot den nun kühleren Fahrtwind spüren. Andere sitzen mit warmer Jacke
und hochgezogenen Schultern an einer Strandbar am Donaukanal, wärmen mit den
Handflächen einen kühlen Cocktail und halten ihn so fest – den Sommer.
Es war der Sommer, der mir
das erste Mal ein Gefühl von Unendlichkeit gab. Damals, als ich mit dem roten
Puch-Rennrad meines Vaters am ersten Tag der Sommerferien nach Judenburg fuhr, spürte ich ohne einen Gedanken:
dieser Sommer wird nie ein Ende nehmen. Er nahm ein Ende. Natürlich. Aber in gewisser
Weise gibt es diesen Sommer von damals bis heute.
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